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BAJA CALIFORNIA

14.12.22 - 03.02.23


Mitte Dezember ging es für uns beim Grenzübergang Tecate nach Mexiko genauer gesagt nach Baja California, eine Landzungenspitze direkt angrenzend an die USA. Nach guter Vorbereitung (Kopien, Versicherung etc.) konnten wir für lateinamerikanische Verhältnisse schnell die Einreiseformalitäten klären. Bereits an der Grenze hat sich das Land schon so sehr von den USA unterschieden. Die Menschen waren super freundlich, hilfsbereit und vielleicht alles etwas umständlicher, als wir das gewohnt sind. Wir fuhren nach der Grenze direkt weiter und liessen all die neuen Eindrücke, Gerüche und das Verkehrschaos auf uns wirken. Wir können es nicht glauben, wir sind in Mexiko!!

Unser erster Stopp ist in der Nähe von Guadalupe in der Weinregion im Norden von Baja. Wir übernachteten auf einem Campingplatz und trafen ein super liebes kanadisches Pärchen - wir verstanden uns gleich von Anfang an. Sie erzählten uns, dass sie am nächsten Tag einen Hunde-Shelter besuchen möchten, welche Strassenhunde aufnimmt und versucht diese zu vermitteln. Wir fanden diese Idee sehr schön und haben sie deshalb am nächsten Tag begleitet. Der Hunde-Shelter ist auf Spenden auf freiwillige Helfer angewiesen, die mit den Hunden Gassi gehen und Zeit verbringen. Der Tag war sehr eindrücklich, die Zwinger waren leider viel zu klein, die Hunde alle komplett am durchdrehen und wir wussten, dass hier einige Hunde nie wieder rauskommen. Strassenhunde sind in Mexiko ein grosses Problem, wenn sie nicht von der Stadt/Gemeinde kontrolliert wird. Kastration der Tiere ist unbedingt notwendig, damit die Menge an Hunde nicht überhand nimmt. Viele Strassenhunde machen für uns einen sehr glücklichen und zufriedenen Eindruck. Wir blieben noch eine weitere Nacht am Campingplatz, erstmal in Mexiko ankommen und überlegen / recherchieren was wir in Baja alles so machen und sehen möchten. Wir planen immer erst, wenn wir in dem Land sind. Wir lassen die ersten Eindrücke von Mexiko auf uns wirken, es ist so laut, wuselig, bunt und es gibt viel gutes Essen. Die Menschen leben verglichen zu den Standards in der Schweiz in eher einfachen Verhältnissen, wir haben aber das Gefühl sie sind hier sehr zufrieden und entspannter.


Weiter ging es Richtung Süden, denn die mexikanische Wärme und Sonne spürt man hier im Norden zur Zeit (Dez) nicht. Wir besuchten kleine Dörfer am Strand und campten wild / frei am Strand zwischen zahlreichen Kakteen. Die Nächte waren noch sehr kalt, daher gab es Abends einige Zocker-Runden mit unserem neuen Spiel. Ein paar Tage später haben wir in San Ignacio unsere kanadischen Freunde Dawn und Drew wieder getroffen. Wir übernachteten an einer kleinen Oase mit zahlreichen Palmen und einem kleinen Fluss. Weiter ging es am nächsten Tag nach Mulegé. Dort kauften wir unsere ersten Trotillas in einer Tortilleria und probierten uns durch zahlreiche Tacos. Wir fuhren gemeinsam weiter an den Strand in Santispac und genossen hier zusammen mit Drew & Dawn ein paar entspannte Tage. Endlich wird es langsam wärmer und das typische Bild von Mexiko mit zahlreichen Kakteen kommt auch zum Vorschein. Doch wir müssen leider weiterziehen. Denn wir haben etwas Zeitdruck rechtzeitig im Süden in La Paz zu sein.



Und dann war es auf einmal schon Weihnachten. So komisch und surreal für uns, da wir keinerlei Weihnachtsgefühle bei diesem Wetter und Umgebung haben. Wir verbrachten Weihnachten an einem einsam gelegenen Strand mit Strand-Spaziergang zum Sonnenaufgang und Weihnachtsbrunch mit Pancakes. Im nächsten kleinen Dorf hatten wir endlich wieder Netz und konnten mit unseren Familien telefonieren. Da wir im Schatten parken wollten, standen wir vor einem kleinen Häuschen mit Garten. Kurzerhand wurden wir von den Kindern nach Hause eingeladen, ihre Oma schenkte uns Orangen aus dem Garten und Weihnachtsgebäck. Wir spielten mit den Kindern im Hinterhof das Kartenspiel UNO und versuchten mit Händen die Regeln zu erklären. Diese Momente machen das Reisen so besonders.



Inzwischen sind wir im Süden in Baja California Sur angekommen. Zum Glück rechtzeitig, da Amirs Bruder am 25. in La Paz gelandet ist. Hier gibt es so viele wunderschöne Stränden, Obst- und Gemüseständen und noch so viel mehr leckere Tacos. Aber auch treffen wir zum ersten Mal richtig viele andere Overlander und Vanlifer. Ein Epi-Zentrum der Reisenden sozusagen. Wir treffen endlich wieder die Schweizer Maja & Adi, wir hatten uns zuerst und zuletzt am Hafen in Halifax bei der Abholung unserer Autos getroffen. Zusammen mit Maja & Adi, die in ihrem Landcruiser unterwegs sind erkundeten wir viele einsame und wunderschöne Strände. In dieser Zeit lassen wir die Seele richtig baumeln, verbringen den Tag mit Strandspaziergängen, Schnorcheln, vielen wunderschönen Sonnenauf- und -untergängen und essen den frisch gefangen Fisch von Adi. Abends kochen wir gemeinsam, sitzen ums Lagerfeuer und haben so viele schöne Gespräche. Bei den ganzen Sandpisten, bleiben wir natürlich nun auch erstmals stecken. Aber kein Problem, in null-komma-nix haben uns Adi & Maja wieder rausgezogen. Für eine Woche begleitet uns auch der Bruder von Amir bei unserem Strände-Hopping. Ein weiteres Highlight war, als wir kleinen Baby Schildkröten auf ihre erste Reise Richtung Meer begleiten und zuschauen konnten. Silvester verbrachten wir zusammen mit vielen anderen Van-Lifer am Strand, in der in der Nähe sogar eine Bar mit Live-Band spielte. So kam Amirs Bruder auch noch zu einer Silvester Party und Anna konnte vor 12 Uhr bereits schlafen gehen. 2022 war ein so aufregendes Jahr - wir konnten gar nicht glauben, was wir alles erleben durften.


Als wir Amirs Bruder wieder nach einer Woche verabschiedet haben, fuhren wir direkt weiter nach la Ventana. Hier soll es nämlich richtig gute Bike-Trails geben - lang genug haben unsere Bikes ungenutzt in der Garage gestanden. Endlich geht es wieder auf den Sattel. Zuvor gab es aber noch eine extra grosse Portion frisches Ceviche - hmm so lecker. Da wartet man auch gern mal 1.5 Stunden drauf. Mit einen Stellplatz direkt am Strand - konnten wir von dort los starten. Zunächst etwas ungewohnt auf Sand zu biken, aber die Trails sind sehr cool. Und wir haben zum Glück auch keinen Abflug in einen Kaktus gemacht. Wir fühlen uns hier richtig wohl und bleiben noch ein paar Tage - am Nachmittag kommt mit dem Wind auch die Kiter, die über das Meer flitzen. Durch Zufall treffen wir auf der Strasse Andrew - wir hatten ihn zuletzt beim Biken in Castlegar in Kanada getroffen. Wir können es fast nicht glauben - wie klein ist doch die Welt.


Weiter ging es für uns ins Landesinnere. Ein weiteres Highlight war die Ranch Dinisio. Am Ende einer langen Schotterpiste in den Bergen haben zwei ehemalige Overlander ein richtiges Paradies aufgebaut. Mit eigenem Obst- und Gemüseanbau und einer wunderschönen Palappa. Und das grösse Glück einige Stellplätze für Camper in ihrem Garten. Wir erkunden gemeinsam mit Maja und Adi in dieser Zeit die Gegend, gehen wandern und klettern entlang dem Fluss, der auch eine super Abkühlung und Dusche bietet. Nach knapp einer Woche in den Bergen zieht es uns wieder an die Küste und zwar nach La Paz.



In la Paz haben wir noch eine Verabredung mit den Walhaien, welche wir auf einer Tour mit TunaTuna aus nächster Nähe bestaunen dürfen. Ein einmaliges und durchaus etwas stressiges Erlebnis, denn die Tiere kümmern sich nicht gross um die Schnorchler um sie herum. So mussten wir echt aufpassen, dass wir nicht von den grossen Maulöffnungen angeknabbert wurden.



Zurück an Land vermittelt La Paz einen Mexican-Vibe und wir geniessen die unzählige Tacos. Es heisst jetzt erstmal Abschied nehmen, Anna fliegt aufgrund von einem Krankheitsfall in der Familie spontan für 3 Wochen nach Deutschland zurück. Amir bleibt in der Zeit in Baja passt auf Ferdi auf und vertreibt sich die Zeit mit zahlreichen Reparaturen. Nun sind wir schon wieder eine ganze Weile unterwegs und Ferdi meldet sich auch wieder mit kleineren Problemchen, die nun endlich angegangen werden müssen. Danach ging es nach einem Ölwechsel, einem geflickten Reifen, einer neuen Lüftung für den Kühlschrank und neuen Dichtungen für unsere Fenster, nach La Ventana auf dem Bike und die wunderschönen Strände und Sonnenuntergänge geniessen.



Endlich ist Anna wieder zurück - nach so langer intensiven gemeinsamen Zeit, war es richtig seltsam so lange einander nicht mehr zu sehen. Den Rucksack voll gepackt mit Schokolade und Leckereien, geht es schon weiter Richtung Hafen. Es wird Zeit, das "wahre" Mexico zu entdecken - viele nennen die Baja als "Mexiko Light" - wir sind unglaublich gespannt, was das Festland von Mexiko so zu bieten hat. Am Mittag sind wir auf dem Hafengelände, Tickets abholen, Fahrzeug wiegen und dann heisst es warten bis wir auf das Schiff dürfen. Wir haben uns für die LKW-Fähre nach Mazatlan entschieden, hier können wir in unserem Van schlafen und so die 18 Stunden Fahrzeit gut überbrücken.






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